Haltung bei Kindern verbessern – warum sie so wichtig ist
27.02.2026, Natalia Szafrańska
Viele Kinder verbringen heute einen grossen Teil des Tages im Sitzen – in der Schule, bei den Hausaufgaben oder vor Bildschirmen. Bewegung kommt im Alltag oft zu kurz. In der Physiotherapie sehen wir deshalb immer häufiger Kinder mit Rundrücken, nach vorne fallenden Schultern, einer schwachen Rumpfmuskulatur oder Skoliosen.
Eine gute Haltung ist jedoch weit mehr als nur „gerade sitzen“
Die Haltung spielt eine zentrale Rolle für die körperliche Entwicklung. Eine stabile und aufrechte Körperhaltung unterstützt:
- die Atmung
- die Konzentrationsfähigkeit
- die Koordination
- die allgemeine körperliche Entwicklung
Wenn Kinder aufrecht sitzen und sich regelmässig bewegen, können sie freier atmen und sich oft besser konzentrieren.
Bleibt eine ungünstige Haltung über längere Zeit bestehen, kann dies verschiedene Auswirkungen haben:
- Verspannungen im Nacken und Rücken
- Kopfschmerzen
- schnelle Ermüdung beim Sitzen
- eingeschränkte Beweglichkeit
- geringere Belastbarkeit im Sport
Mit zunehmendem Alter können sich diese Probleme verstärken und später zu chronischen Beschwerden führen.
Deshalb ist es sinnvoll, früh gegenzusteuern und Bewegung spielerisch in den Alltag zu integrieren
In der Physiotherapie begegnen wir auch Kindern mit beginnenden Haltungsschwächen oder einer Skoliose. Unter Skoliose versteht man eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die sich häufig im Wachstumsalter entwickelt.
Nicht jede schlechte Haltung bedeutet automatisch eine Skoliose. Eine dauerhaft ungünstige Körperhaltung und zu wenig Bewegung können jedoch dazu beitragen, dass sich Haltungsschwächen verstärken und asymmetrische Belastungen entstehen.
Typische Anzeichen können sein:
- Schultern stehen unterschiedlich hoch
- ein Schulterblatt steht stärker hervor
- das Becken wirkt leicht schief
- das Kind sitzt häufig „zusammengesunken“
Je früher solche Veränderungen erkannt werden, desto besser kann man gegensteuern.
Kinder müssen nicht „perfekt gerade“ sitzen. Viel wichtiger ist abwechslungsreiche Bewegung. Kurze Übungseinheiten können helfen, die Muskulatur zu stärken und das Körpergefühl zu verbessern.
Schon wenige Minuten pro Tag können einen positiven Effekt haben
Die folgenden Übungen lassen sich gut in den Alltag integrieren und machen Kindern meist sogar Spass.
Diese Übung fördert das Gefühl für eine aufrechte Körperhaltung.
Rücken an eine Wand stellen
Hinterkopf, Schultern und Gesäss berühren die Wand
Position 30 Sekunden halten
Kräftigt Rücken und Rumpf.
Bauchlage
Arme und Beine leicht anheben
Position kurz halten
2x 10–12 Wiederholungen.
Stärkt Gesäss und Rumpfmuskulatur.
Rückenlage, Füße aufstellen
Becken anheben und kurz halten
3x 12 Wiederholungen.
Option: Mit Fitnessband
Trainiert Gleichgewicht und Koordination.
Auf einem Bein stehen
2x 20- 30 Sekunden halten
Seiten wechseln
Option: Mit Balance Kissen
Verbessert Beweglichkeit der Wirbelsäule.
Vierfüsslerstand
Rücken rund machen und wieder strecken
2x 10 Wiederholungen.
Bewegung sollte spielerisch und ohne Druck stattfinden. Kleine Bewegungspausen im Alltag sind oft effektiver als lange Trainingseinheiten.
Wichtig ist vor allem:
- regelmässige Bewegung
- abwechslungsreiche Aktivitäten
- Freude an Bewegung
Eine gute Haltung unterstützt die gesunde Entwicklung von Kindern. Mit einfachen Übungen und mehr Bewegung im Alltag können Eltern frühzeitig vorbeugen und die körperliche Entwicklung positiv beeinflussen.
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